Status Quo PEP

Lean und Agil im Produktentstehungsprozess


Motivation

Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit – oft auch als VUCA bezeichnet – prägen die aktuelle Praxis des Produktentstehungsprozesses. Viele Unternehmen haben daher in den letzten Jahren agile Methoden wie Scrum oder Kanban bzw. Lean-Ansätze in den Produktentstehungsprozess integriert.

 

Die Studie „Status Quo PEP“ beschäftigt sich mit der aktuellen Praxis, den Perspektiven und den Erfolgsfaktoren der Gestaltung des Produktentstehungsprozesses - auch unter Nutzung der Potenziale von Lean und agilen Methoden.


Basis der Erhebung

Basis der Erhebung war ein Online-Fragebogen und ergänzende persönliche Experten-Interviews. Aufgerufen zur Teilnahme wurden alle Personen mit praktischer Expertise im Produktentstehungsprozess – unabhängig, ob klassisch, agil oder lean geprägt. Betrachtet wurde der Produktentstehungsprozess und der Übergang in die Produktion für die unterschiedlichsten Produkte im Bereich der physischen Produkte, der Hardware, aber auch der Dienstleistungen. Reine Software-Entwicklungsprozesse standen nicht im Fokus der Betrachtung. Ausgewertet wurden die Angaben von mehr als 130 Teilnehmern und 33 Expertengesprächen. Die Online-Umfrage fand im Zeitraum vom 02.05.2018 bis 04.06.2018 statt.


Highlights aus der Online-Erhebung 

  • Klassische Projektmanagementmethoden haben im PEP mit fast 90 % die größte Bedeutung.
  • Agile Methoden haben zu 38 % und lean Methoden zu 33 % eine hohe bzw. sehr hohe Bedeutung im PEP.
  • Hinter den klassischen Projektmanagementmethoden spielen agile Methoden vor allem in den Phasen Produktidee und Produktentwicklung eine größere Rolle. Lean Methoden finden in der Produktion die größte Anwendung, aber auch hier dominieren klassische Methoden.
  • Die Expertise und das Know-how im Unternehmensumfeld fällt in Bezug auf agile und lean Methoden deutlich geringer aus als in Bezug auf klassische Projektmanagementmethoden.
  • Anwender agiler Methoden stufen ihr Unternehmen zu 64 % als erfolgreicher bzw. deutlich erfolgreicher im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche ein.
  • Die höhere Zufriedenheit mit dem gelebten PEP spiegelt sich auch im Erfolg des Unternehmens insgesamt im Branchenvergleich wider.
  • Anwender von agilen und lean Methoden sind in jeder Phase des PEP zufriedener oder zumindest gleich zufrieden wie klassische Anwender. Insgesamt ist die Zufriedenheit mit agilen Methoden am höchsten, gefolgt von lean Methoden.
  • 79 %der agilen Anwender schätzen die Erfolgsquote der mit agilen Methodendurchgeführten Projekte und Entwicklungsprozesse hinsichtlich Zeit, Kosten und Qualität bei über 50 % ein. Hingegen sehen nur 64 % der klassischen Anwender und 65 % der Anwender von lean Methoden ihre Erfolgsquote bei über 50 %.
  • Die Einführung agiler Methoden fordert einen höheren Änderungs-/Anpassungsbedarf als bei lean Methoden.
  • Das Produkt an sich wird von den Befragten als nicht allzu große Herausforderung im PEP angesehen. Wesentliche Herausforderungen des PEP sind stattdessen das Arbeitsumfeld, die Auftraggeber und die Vorgesetzten von Teammitgliedern.
  • Eigenverantwortliches Handeln und Denken der Mitarbeiter werden von zwei Drittel der Befragten als das Ziel mit der höchsten Relevanz im PEP eingestuft.
  • Viele Projekte werden gestartet, auch wenn die erforderlichen Ressourcen nicht zur Verfügung stehen.
  • Die Ausgestaltung des PEP lässt an vielen Stellen weitreichende Optimierungspotenziale vermuten, so etwa bei klaren Rollenverteilungen, crossfunktionalen und selbstorganisierten Teams, Priorisierung, Verbindlichkeit in Entscheidungen, Nutzung von Time Boxes, etc.
  • Nur 30 % der Teilnehmer geben an, regelmäßig Retrospektiven durchzuführen.

Highlights aus den Experteninterviews 

  • Die Unternehmenskultur ist das größte Hindernis für die Einführung agiler Methoden.
  • Agile Methoden finden keine durchgängige Anwendung innerhalb des PEP. Lediglich einzelne Bausteine werden herausgegriffen, sodass die überwiegende Mehrheit der Unternehmen eine Art „Hybridmethode“ aus klassischem Projektmanagement und agilen Methoden praktiziert.
  • Durch die Anwendung agiler Komponenten ist man im PEP erfolgreicher.
  • Das Einsatzgebiet agiler Methoden findet man überwiegend bei Hardwarekomponenten mit hohen Softwareanteilen.
  • Mindset, Akzeptanz und Transparenz werden als Schlüsselfaktoren erfolgreicher Produktentstehungsprozesse eingestuft.
  • Auf dem Weg zur erfolgreichen Nutzung agiler Methoden bedarf es ausreichender Zeit und Geduld - ein iteratives Vorgehen wird empfohlen.
  • Trainings-und Veränderungsmaßnahmen müssen einen hohen Praxisanteil und eigenes Erleben beinhalten.

Empfehlungen

Alle Empfehlungen sind ausführlich im Studienbericht aufgeführt.

  • Die Potenziale von agil und lean nutzen
  • Entwickeln Sie Ihren Methoden-Mix
  • Große Vision, kleine Schritte
  • Erfolgreich PEP erleben
  • Vorbildfunktion leben
  • Umfeld, Vorgesetzte und Auftraggeber sind der Schlüssel
  • Change systematisch vorantreiben
  • Hinterfragen Sie aktiv Ihre aktuellen Praktiken
  • Agil und lean wirklich leben

Bitte beachten Sie hierzu unseren angebotenen 1-Tages-Workshop: 
PEP Agil: Produktentstehungsprozess mit Scrum, Kanban und Co.